Weltgesundheitstag 2002 - "Agita mundo - Move for
health"
Von Anfang an widmete sich der
Weltgesundheitstag übergreifenden Fragen der Gesundheitsförderung und
Prävention. "Gesundheit für alle" ist erklärtes Ziel der
WHO. Die Einrichtung eines Weltgesundheitstages war eines der
ersten offiziellen Handlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. So fand der
erste Weltgesundheitstag bereits am 22. Juli 1948 statt, später wurde er auf
den 7. April verlegt. Ab 1950 wurde schliesslich jedes Jahr
dem Weltgesundheitstag ein spezielles Thema gewidmet.
Auf den offiziellen Postern des World
Health Day 2002 wird das Thema seiner diesjährigen Ausgabe angekündigt:
"Agita Mundo". Agita ist portugiesisch und heisst "sich regen,
sich bewegen". Agita Mundo heisst also die Welt bewegen. Der Slogan
ist eine Anspielung auf eine Bewegung die dem World Health Day 2002 als Modell
gedient hat: Agito São Paolo - Sao Paolo bewegen. Bescheidend
anfangend hat die Bewegung Agito São Paolo die Bürger von Sao Paolo eingeladen
sich zum Wohle ihrer Gesundheit zu bewegen. Bald dehnte sich die Bewegung auf
ganz Brasilien aus und später auf den ganzen Kontinent, um dieses Jahr als
Weltgesundheitstag eine globale Bewegung zu werden. Mit dem
Thema "Agita Mundo -- move for health" wird also seit 1999 (active
ageing) wieder der Schwerpunkt auf den Einfluss eines aktiven Lebensstils auf
die Gesundheit gelegt. Das Motto überwindet mit dieser einfachen Logik alle
ökonomischen, kulturellen, sozialen und geographische Grenzen.
Mangel an körperlicher Bewegung ist
eine der Hauptursachen von Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Übergewicht. Die
Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit mehr als zwei Millionen
Todesfälle im Jahr auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind.
Schätzungsweise ein Drittel der Krebserkrankungen wäre durch lebenslange
gesunde Ernährung, Beibehaltung des Normalgewichts und regelmäßige körperliche
Bewegung zu verhüten. Bis zu 80% der vorzeitigen Herzkrankheiten sind falscher
Ernährung, Bewegungsmangel und Tabakkonsum zuzuschreiben. Studien in
China, Finnland und den USA belegen, dass bereits geringfügige Veränderungen
des Lebensstils nahezu 60% aller Fälle von Typ-2-Diabetes verhüten könnten. Diese Daten
zeigen deutlich, dass es an der Zeit ist, die weltweite Gesundheitsdiskussion
ebenso stark auf die Vorbeugung wie auf die Heilung zu richten.
Um die Aufmerksamkeit politischer
Entscheidungsträger, des öffentlichen Gesundheitssektors
und der Allgemeinheit auf diese Zusammenhänge zu lenken, kündigte die
WHO-Generaldirektorin Dr. Gro Harlem Brundtland an, dass das Motto des Weltgesundheitstages 2002 die
Notwendigkeit betonen wird, sich gesund und fit zu halten. Die Erfordernis körperlicher Bewegung und der
sich daraus ergebende Gesundheitsvorteil werden weltweit die Aktivitäten rund
um den Weltgesundheitstag 2002 bestimmen. Im Verlaufe des Weltgesundheitstages 2002 wird die WHO die weltweite
Gesundheitsdebatte auf die Zusammenhänge zwischen Krankheitsprävention und
körperlicher Bewegung lenken. Verschiedene "Settings" werden in den Weltgesundheitstag
eingebunden sein, von Schulen zu Arbeitsplätzen, von Stadien zu örtlichen
Gemeinschaften. Die internationalen Sportverbände - vertreten durch die International
Football Federation (FIFA) und das internationale Olympische Komitee (IOC) -
haben die Austragungsstätten der Fußballweltmeisterschaft 2002 und der
Winterolympiade in Salt Lake City bereits zu rauchfreien, gesundheitsfördernden
Zonen erklärt. Es bleibt aber weiterhin eine Herausforderung, die wissenschaftlichen
Erkenntnisse und das Alltagswissen in Handlungsprioritäten der Politik und
Forschung zu übersetzen und damit Menschen zu einem längeren und gesünderen
Leben zu verhelfen.
Der Hauptveranstaltungsort des
Weltgesundheitstages 2002 wird Sao Paulo sein, wo das erfolgreiche Modell AGITA
SAO PAULO der Weltöffentlichkeit vorgestellt werden soll. Zahlreiche Organisationen beteiligen sich an
diesem Programm und mobilisieren Massen junger und älterer Menschen im
Interesse ihrer Gesundheit. Dieses Modell hat auch das Motto des Weltgesundheitstages 2002 geprägt:
AGITA MUNDO - Move for Health (www.who.int/world-health-day). Städte, Landkreise und Gemeinden werden aufgefordert, sich dieser Idee
anzuschließen und Aktivitäten zu organisieren, die den Weg zu nachhaltigen,
zukunftsorientierten Gesundheitsanstrengung ebnen sollen.
Veranstaltungen in der Schweiz
Auch für die
Schweiz ist die Bedeutung der körperlichen Aktivität für die Gesundheit klar
nachgewiesen (1, 2) und auch bei uns wird der Weltgesundheitstag festlich
begangen. Zum
Thema „Pour votre santé, bougez!“ findet am 5. April in Genf
eine nationale Veranstaltung statt (www.prevention.ch),
die die Bestrebungen der WHO zum Thema Bewegung und Gesundheit unterstützen,
die Schweizer Aktivitäten in diesem Bereich vorstellen und weitere Initiativen
auf der lokalen und nationalen Ebene stimulieren soll.
Auftakt zu dem Tag ist eine öffentliche Veranstaltung im WHO
Hautpquartier.
10.10 Introduction
Dr. Pekka Puska. Director of Noncommunicable Disease
Prevention and Health Promotion, WHO
10.15 Opening
Remarks
Mr. Maryan Baquerot, Executive
Director, WHO
10.20 Welcome
Words
Mr. Adolf Ogi, Special Advisor to the
UN Secretary General on Sports for Development and Peace
10.25 Agita
São Paolo, Brazil (video)
10.30 Hip
Hop Dance (Ecole de Boum)
10.40 An
Athlete's View (Mr. Marc Rosset, tennis player)
10.45 Statement
Mr. Pierre-François Unger, Counsellor
of the Republic and State of Geneva
11.00 A
Former Athlete's View (Mr. Rudy Bennet, former basketball player)
11.05 Physical
Activity within the Italian and European Space Agency (video)
11.10 Line
Dancing (WHO Fitness Centre)
11.30 Closing
Remarks
Dr. Pekka Puska
Um 12 Uhr mittags beginnt ein Umzug (zu Fuss natürlich), der von der
WHO ins Stadtzentrum führt und von künstlerischen Veranstaltungen begleitet
wird. Dort findet im Hôtel de Ville um 14.30 Uhr ein
offizieller Anlass statt. Vor dem Hôtel de
Ville auf der Promenade la Treille werden während und nach dem Anlass
Vorführungen angeboten, Informationen zum Thema Bewegung und Gesundheit
vermittelt sowie konkrete Bewegungsangebote für die Bevölkerung gemacht.
14.50 Activité physique et santé:
mise au point scientifique
Dr Mikael Rabaeus,
cardiologue, Genève
15.05 Les activités de la
Confédération
Heinz Keller, directeur de l’Office
fédéral du sport, Macolin
15.15 Présentation des gagnants du
Concours de projets 2001 du Réseau santé et
activité physique Suisse et de la CONCORDIA, par M. Raffaël Vonovier, collaborateur de M. Adolf Ogi dans la Mission permanente de la Suisse près les
Organisations Internationales
- SlowUp
- Films sur asphalte, de Menel Rachdi
15.30 Genève s'active! (clip)
- «Allez Hop!»
- Bus santé
- Carrefour Prévention
- «En ville, sans ma voiture!»
- La vélo-cité
- Les HUG bougent
- Le sport à Genève
- Plan Piétons
- Service Santé Jeunesse
- Sport sans tabac
15.45 Fin de la manifestation
Der Anlass wird vom Kanton und der Stadt
Genf in Zusammenarbeit mit den Bundesämtern für Sport und Gesundheit,
Gesundheitsförderung Schweiz und der WHO durchgeführt. Organisationen, die
gerne selber Informationsstände oder konkreten Bewegungs-möglichkeiten anbieten
möchten, können sich melden bei: Dr. Jean Simos, Direction générale de la santé, 24, avenue de
Beau-Séjour, 1206 Genève, tél. 022 839 98 36, jean.simos@etat.ge.ch.
Literatur
Websites Weltgesundheitstag. WHO: www.who.int/world-health-day; Genf: www.prevention.ch.
1. Martin BW, Beeler I, Szucs T, Smala AM, Brügger
O, Casparis C, Allenbach R, Raeber PA, Marti B. Volkswirtschaftlicher
Nutzen der Gesundheitseffekte der körperlichen Aktivität: erste Schätzungen für
die Schweiz. Gemeinsame wissenschaftliche Stellungnahme von
Bundesamt für Sport BASPO, Bundesamt für Gesundheit BAG, Schweizerischer
Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu, Schweizerischer
Unfallversicherungsanstalt SUVA, Abteilung für medizinische Ökonomie des
Instituts für Sozial- und Präventivmedizin und des Universitätsspitals Zürich
sowie Netzwerk Gesundheit und Bewegung. BAG-Bulletin 2001; 33: 604-607.
2. Martin BW, Lamprecht M,
Calmonte R, Raeber PA, Marti B. Körperliche Aktivität in der Schweizer Bevölkerung: Niveau und
Zusammenhänge mit der Gesundheit. Gemeinsame wissenschaftliche Stellungnahme von Bundesamt für Sport
(BASPO), Bundesamt für Gesundheit (BAG), Bundesamt für Statistik (BFS) und
Netzwerk Gesundheit und Bewegung Schweiz. BAG-Bulletin 2000; 47:
921-923.